Streikende Immobilienmakler? Wir sind doch keine Piloten!

Diese Woche hat der BVFI – Bundesverband für die Immobilienwirtschaft e.V. zu einer Abstimmung über einen möglichen Streik der Immobilienmakler in ganz Deutschland aufgerufen. Grund ist das geplante Bestellerprinzip, das am 7. November vom Bundesrat verabschiedet werden soll. Nach Wunsch der Regierung sollen Vermieter ab 2015 für Vermittlungskosten aufkommen. Der Verband sieht rund 10.000 Maklerjobs bedroht. Deshalb der Streik.

Auf der einen Seite ist es verständlich, dass sich viele Immobilienmakler auf die Hinterbeine stellen. Schließlich wird es künftig schwieriger, Kaufinteressenten von der eigenen Leistung zu überzeugen. Bislang konnten Makler Wohnungseigentümer mit dem Argument locken, dass die Vermittlung für sie kostenlos ist. Damit wäre es ab dem kommenden Jahr vorbei. Aber wie sinnvoll ist ein Streik zum jetzigen Zeitpunkt noch? Wie sollte so ein Streik aussehen? Und: Wer soll streiken? Nur Makler, die sich auf Vermietung spezialisiert haben? Oder auch solche, die hauptsächlich Kaufobjekte betreuen, sozusagen aus Sympathie zu den Kollegen? Es ist unwahrscheinlich, dass sich alle Makler zu einem Streik bewegen lassen. Zu groß ist der Wettbewerb um begehrte Immobilien zur Vermittlung.

Das Engagement des BVFI als Interessensvertreter für die Immobilienwirtschaft ist lobenswert. Aber ein Streik würde praktisch keinen Druck auswirken, bestenfalls erregen wir Aufsehen in den Medien. Die Immobilienwirtschaft kommt nicht zum Erliegen, weil wir einen Tag lang die Arbeit verweigern. Wir sind weder Piloten noch Lokführer oder Briefträger. Niemand kommt zu spät zur Arbeit oder wartet länger auf seine Post, wenn wir zuhause bleiben.

Aus meiner Sicht bringen Mietpreisbremse und Bestellerprinzip nicht den gewünschten Entlastungseffekt, den sich Heiko Maas, Justizminister und Schöpfer des vielbeachteten Gesetzesentwurfs, vorstellt. Allein die Mietpreisbremse wird dazu führen, dass viele Vermieter vorzeitig die Miete möglichst erhöhen oder verkaufen, weil sich die Anlage nicht mehr rechnet.

Das Bestellerprinzip wird Hobbymaklern das Leben sicherlich erschweren. Immobilienprofis hingegen können von der Gesetzesänderung meiner Meinung nach profitieren. Denn nun wird unsere Leistung stärker in den Vordergrund gerückt. Der Grund, weshalb sich viele Eigentümer und Vermieter auf uns verlassen, ist die professionelle und reibungslose Abwicklung von Vermietung und Verkauf. Mit dem Bestellerprinzip wird sich das Image der Immobilienmakler verbessern.

Ich werde kommende Woche also nicht streiken. Lieber konzentriere ich mich auf das was ich am besten kann. In Königstein, Kronberg, Bad Soden und Umgebung Lösungen für die Immobilienfragen meiner Kunden finden.

Der BVFI lädt zur Urabstimmung über einen möglichen Streik. www.praxisverband.de

Der BVFI ruft zur Urabstimmung über einen möglichen Streik. http://www.praxisverband.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s